Kreislaufwirtschaft unter Druck: Statusbericht 2026 zeigt Spannungsfeld zwischen Leistung und Rentabilität

Ein neuer Statusbericht der deutschen Kreislaufwirtschaft dokumentiert die ambivalente Lage der Branche: Während die technische Infrastruktur hochperformant ist, verschärft sich die wirtschaftliche Situation deutlich.

19. Mai 2026

Der Statusbericht Kreislaufwirtschaft 2026 ist die vierte umfassende Bestandsaufnahme seit 2018 und wird von 15 Branchenverbänden sowie der IFAT getragen. Die deutsche Kreislaufwirtschaft verfügt über rund 13.500 Behandlungs- und Entsorgungsanlagen, darunter Sammel-, Sortier-, Aufbereitungs- und Verwertungsanlagen.

Obwohl die Branche über technische Leistungsfähigkeit und etablierte Strukturen verfügt, steht sie unter wirtschaftlichem und regulatorischem Druck. Um zusätzliche Aufgaben übernehmen zu können, müssen politische Ziele, rechtliche Vorgaben und wirtschaftliche Bedingungen besser zusammenpassen; andernfalls bleibt eine Lücke zwischen Erwartungen und praktischer Umsetzung der Circular Economy. Der Bericht nennt volatile Preise für Sekundärrohstoffe, schwankende Absatzmärkte, steigende Energie-, Sicherheits- und Genehmigungskosten sowie zusätzliche regulatorische Anforderungen. Diese Faktoren belasten die Auslastung bestehender Kapazitäten und verringern die Planungssicherheit.

Besonders das Kunststoff-, Textil- und Glasrecycling stehen unter erheblichem Druck, wobei wertvolle Sammel- und Recyclingstrukturen gefährdet sind. Die Kreislaufführung stößt heute weniger an technische als an wirtschaftliche und rechtliche Grenzen.

Stand: 2026-05-19

Quelle: Statusbericht Kreislaufwirtschaft 2026 auf recyclingmagazin.de